Kay One – der Social Media König, der aber nicht verkauft.

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Kay One – der Social Media König, der aber nicht verkauft.

Laut Media Control hat die Facebook Fanpage von Kay One eine höhere Interaktionsrate als z. B. die Kanäle von Justin Bieber​ oder Beyoncé​. Damit ist der deutsch-philippinische Rapper der „Social Media König“ unter den deutschen Musik-Künstlern – zumindest theoretisch. Leider spiegelt sich diese hohe Interaktionsrate aber nicht in seinen Verkäufen wieder. Das letzte Album von Kay One „Jung genug um drauf zu scheissen“ wurde in der ersten Woche nach Release 24.000 mal verkauft.

KOLLEGAH​, mit satten 1,9 Mio Fans nicht gerade schlecht aufgestellt, ist in der 2. Woche Gold gegangen und hat somit über 100.000 Einheiten verkauft. Damit schlägt er Kay One um sagenhafte 300%.

Jetzt könnte man sagen, „Hey, der Kay hat weniger Fans“. Nein, Kay One hat sogar über 400.000 mehr „Fans“ – nämlich 2,3 Mio. Dazu kommt ja noch, dass seine Fanpage um einiges aktiver ist, als die von KOLLEGAH.

Warum kaufen jetzt aber seine Fans seine Alben „kaum“?

Weil sein Social Media Auftritt und seine Marke meilenweit auseinander gehen.

In seinen Raptexten vertritt er die „Mir scheiss egal“-Attitüde. Ich bin ein Rebell, ich bin geil, leckt mich alle etc. pp.

Auf seiner Fanpage allerdings postet er oft sehr tiefsinnige Sprüche und Bilder oder aber witzige Bildchen zum Schulalltag. Der Content trifft genau den Nerv seiner Facebook Zielgruppe – deswegen, aber auch wegen der hohen Frequenz, hat er eine sehr hohe Interaktionsrate.

Durch seinen Social Media Content & TV-Auftritte alá „Prinzessin gesucht“ hat sich der Promi eine ganz andere, neue Zielgruppe aufgebaut. Diese sollte er nun bedienen.

Derzeit ist es aber so, als würde jemand in einer TV-Sendung sagen, dass er Veganer ist. In einer anderen Sendung aber würde er genüßlich ein Steak verköstigen.
Kay One Facebook Fans sind in diesem Beispiel Veganer aber er will ihnen Steaks verkaufen.

Defacto ist Kay One damit eine selbstgeschaffene TV-Figur für Unterhaltungsserien. Nur muss er seine Songtexte bald seinem Auftreten (Image) in den Sozialen Netzwerken & Öffentlichkeit anpassen, sonst ist er vielleicht nicht einmal mehr eine TV-Figur. Rapper ist er nämlich schon lange keiner mehr.

Kay One gehört aber definitiv zu den wenigen deutschen Künstlern, der es wirklich verstanden hat Interaktion zu schaffen und seine Pinnwand nicht ausschließlich mit Merch und Tourdaten vollzukleistern, aber er hat offensichtlich nicht verstanden, das sein Content negative Konsequenzen für seine Rapper Marke hat. Am Hungertod wird der junge Mann natürlich nicht leiden, aber Fakt ist auch, dass er das wahre Potenzial seiner Reichweite nicht mal annähernd ausschöpft.

Was können Unternehmen daraus lernen?

– Wenn ein Unternehmen viel Reichweite hat, aber die Fans nicht zur Zielgruppe gehören, dann gibt´s eben „keinen“ Umsatz – egal wie fleißig die Fans interagieren.
Viele Fans sind nicht wichtig!
– Unternehmen sollten das Produkt der Zielgruppe anpassen.
– Unternehmen sollten authentisch bleiben.
– Ein Social Media Auftritt sollte strategisch geplant und umgesetzt werden.


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