Gekaufte Likes – Wie Sie Ihrem Unternehmen systematisch damit schaden

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Anleitung: Sie gehen auf Ebay und geben in die Suchleiste „Likes“ ein. Voila, unzählige Angebote kommen hervor. Viele Likes zum Spottpreis für Ihre Firmenseite. Super, wofür die ganze Arbeit, wenn ich Fans billig und schnell bekommen kann.

Aufgrund dieser Argumentationskette kann ich Unternehmen verstehen, die solche Angebote wahrnehmen. Weiter gedacht sind die Folgen aber gravierend und schaden Ihrem Unternehmen erheblich. 

Reichweitenverlust

Ein Social Media Kanal lebt von Interaktion und demzufolge von Reichweite. Kurz: Je mehr Interaktion Ihre Seite hat, umso höher ist Ihre Reichweite. Man muss dazu wissen, dass z. B. Facebook einen komplexen Algorithmus für den Newsfeed hat. Der Newsfeed ist der Ort, wo Sie die Beiträge Ihrer gelikten Seiten vorfinden. Ziel des Algorithmus ist es nur die besten Beiträge für die Nutzer anzuzeigen. Wenn Sie also einen Beitrag über Ihre Unternehmens-Fanpage veröffentlichen, dann „rollt“ Facebook jenen an eine geringe Prozentzahl Ihrer Fans aus. Interagieren diese Fans mit dem Beitrag, so stuft Facebook den Beitrag als hochwertig ein und spielt ihn weiter aus – interagieren aber nur wenige oder keine Fans mit dem Beitrag, so stoppt Facebook die Auslieferung. 

Gekaufte Fans haben die Eigenschaft, dass sie entweder „Fake-Profile“ haben, aus dem Ausland kommen und nicht die Sprache der Seite sprechen oder sich schlicht und ergreifend 0 bis -10 für das Thema interessieren. Die Folge dessen: Keine Interaktion. Wird also der Beitrag an genau diese „Fans“ ausgespielt, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass keine Interaktion statt findet. Facebook stoppt die Auslieferung und die richtigen Fans bekommen keine Chance den Beitrag zu sehen.

Verstoß gegen Richtlinien Facebook, Twitter, Instagram & Co.

Likes und Interaktionen zu kaufen verstößt gegen die Richtlinien aller großen Social Media Kanäle. Wird ein Verstoß von Facebook, Twitter oder Instagram erkannt, dann kann das gravierende Folgen haben. Z. B. Sperrung des Accounts, dazu steigt die Abmahngefahr.

Vertrauensverlust

Der am wenigstens beachtete Kritikpunkt. Je mehr ein Fan mit einer Seite verbunden ist, umso mehr hat er/ sie auch ein Feingefühl dafür, was „normal“ läuft und was nicht. Hat eine Seite innerhalb von wenigen Tagen mehrere neue Tausend Fans so registrieren das die Fans. Die Folge: Systematischer Vertrauensverlust! Hat ein Mensch erst einmal das Gefühl, er wird hintergangen, so stellt er jede zukünftige Handlung reflexartig in Frage. Dabei ist es sekundär, ob es normale Vorgänge oder „unnormale“ Vorgänge sind – ab dem Moment des Vertrauensverlust ist alles verdächtig. Die Folge: Weniger Interaktion, weniger Reichweite, Vertrauensverlust, rückläufige Umsätze.

Wie erkenne ich eine Seite mit gekauften Fans?

Pauschale Faustformel: Wenn die Interaktionsrate einer Facebook Seite unter 1% der Gesamt-Fans liegt, dann ist das prinzipiell schon einmal verdächtig. Verdächtig ist es aber auch, wenn eine rein deutsche Seite, die ausschließlich deutsche Beiträge veröffentlicht, proportional viele internationale Fans hat. Bitte beachten: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Fazit:

Weniger Interaktion, weniger Reichweite, Vertrauensverlust, schlechtestenfalls rückläufige Umsätze. Eine erfolgreiche Social Media Strategie verfolgt genau gegensätzliche Ziele. Nämlich viel Interaktion, mehr Reichweite, Vertrauensaufbau und steigende Umsätze. Wenn Sie eine nachhaltige Social Media Strategie haben und umsetzen, werden Sie mittelfristig auch Erfolg haben – Content is king!
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